Pansexualität > Meldung

News & Meldungen

Nepalesischer Abgeordneter fordert von Facebook dritte Option bei Geschlechtsangabe

Der offen schwule Abgeordnete Sunilbabu Pant aus Nepal setzt sich offensiv für die Rechte intersexueller Menschen ein und verweist mit seinem Fokus auf Facebook auf die Verantwortung sozialer Netzwerke.

Der bekannte nepalesische Abgeordnete und Kämpfer für die Rechte schwuler, lesbischer und transsexueller Menschen Sunilbabu Pant fordert eine dritte Option bei der Geschlechtsangabe im sozialen Netzwerk Facebook. "Menschen, welche sich nicht als Mann oder Frau identifizieren, werden weiterhin von Facebook ausgegrenzt", sagte der Nepalese.

 

Pant setzt sich schon seit einiger Zeit für die Rechte von Homosexuellen ein und hat nun eine entsprechende E-Mail an die Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Chris Hughes geschrieben. Aktuell kann man bei Facebook nur auswählen ob man männlich oder weiblich ist. Pant fordert jedoch zusätzlich die Kategorien "anderes" oder "drittes Geschlecht". Eine Antwort der Facebook-Spitze habe er bisher noch nicht erhalten, Pant zeigt sich dennoch zuversichtlich.

 

Der Aktivist ist der einzige bekennende homosexuelle Abgeordnete in Nepal und setzt sich für die Rechte von Schwulen, Lesben und Bi- sowie Transsexuellen ein.

 

Sunilbabu Pant weist mit seiner Kritik auf einen wunden Punkt nicht nur bei Facebook, sondern bei fast allen sozialen Netzwerken, Datingportalen und überhaupt nahezu überall in den fast allen Gesellschaften hin. Lobend hervorzuheben ist allerdings Google+, welches die Option "Anderes" bei Geschlecht vorsieht. Dies hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Google+ ganz neu gestartet wurde, was wiederum auf eine positive gesellschaftliche Fortentwicklung verweist.

 

Selbstkritisch muss der Betreiber dieses Informationsportals einräumen, dass in der durch ihn betriebenen Kennenlern-Plattform Gleichklang bisher noch keine Eingabe eines dritten Geschlechtes vorgesehen ist. Vielmehr wird das juristische Geschlecht abgefragt, wobei es dann allerdings möglich ist, anzugeben, dass nur solche Personen in Frage kommen, die auch gegenüber einer intersexuellen Person aufgeschlossen sind. Ursprünglich bei Gründung 2006 war sich Gleichklang der Problematik noch nicht hinreichend bewusst.

 

Die Erweiterung bei Gleichklang ist bereits beschlossen und wird aktuell umgesetzt, ist allerdings programmiertechnisch aufwändiger als es scheint, weil die Geschlechtsvariable in den verschiedensten Prozessen mit einbezogen ist. In jedem Fall wird Gleichklang aber der Anforderung von Sunilbabu Pant gerecht werden und die Gleichberechtigung intersexueller Menschen durch Einführung der entsprechenden dritten Geschlechtskategorie unterstützen.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Kiran |

Gut zu wissen. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass diese dritte Option bei Gleichklang nicht auf Menschen mit ('diagnostizierter') 'Intersexualität' beschränkt bleibt, da es auch nicht wenige 'nicht-(offziell)intersexuelle' Menschen gibt, die sich weder*noch* fühlen.

Das in unserer Gesellschaft herrschende, strikt binäre Zweigeschlechtersystem entspricht der Realität vieler Menschen eben keineswegs, und die sogenannte Transidentität ist eben nicht immer 'vollständig' - auch wenn das unsere Gesellschaft (bisher) anders noch viel weniger akzeptieren kann als immerhin 'Eindeutigkeit' durch ein 'eindeutiges Bekenntnis' zum "anderen Geschlecht" mit entsprechend 'vollständigem Transitionieren'.

Zu dem ganzen Themenkomplex möchte ich auch auf das "dritte (und vierte) Geschlecht" nordamerikanischer Ersteinwohner verweisen - die Two-Spirit-Leute, von denen die wenigsten tatsächlich 'intersexuell' waren.
In so mancher Hinsicht waren andere Kulturen, die nicht selten "primitiv" genannt werden, so viel fortschrittlicher als unsere angeblich so 'moderne' und 'aufgeklärte'.

Kommentar von Jenny Petersen |

Wozu ist eine Klassifizierung überhaupt gut. Es gibt so viele Geschlechter auf der Welt wie es Menschen gibt. Eine Geschlechtszuweisung qualifiziert nicht für die Gestaltung des gedeihlichen Miteinanders.

Kommentar von Kiran |

"Wozu ist eine Klassifizierung überhaupt gut. Es gibt so viele Geschlechter auf der Welt wie es Menschen gibt. Eine Geschlechtszuweisung qualifiziert nicht für die Gestaltung des gedeihlichen Miteinanders."

Das sehe ich genauso, aber die meisten Leute ticken nun mal so (und werden das wohl auch noch eine Weile tun), sodass eine vollständige Abschaffung der Genderschubladen im Moment wohl vollkommen utopisch und praktisch nicht umsetzbar wäre.
Und dann sind drei oder viel Auswahlmöglichkeiten auf jeden Fall besser als nur zwei.
Natürlich kann eine derartige Diversifizierung ja eine Übergangsphase zu einer "geschlechterlosen" Gesellschaft sein - falls es eine solche tatsächlich mal geben sollte.